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Nahrungsergänzung
- Welche Mittel wir wirklich für unser Wohlbefinden brauchen

Teilauszug des Artikels aus der Zeitschrift "BIO" - Ausgabe 6/2004

Viele Menschen halten das, was sich gegenwärtig auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel (kurz: NEM) weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzieht, für einen Politik- und Wirtschaftskrimi.
Denn es gibt ernst zu nehmende Bemühungen unserer amtlichen Gesundheitswächter, den vermeintlichen „Wildwuchs“ rigoros zurechtzustutzen und oft gerade die besten Mittel durch Reglementierungen vom Markt zu eliminieren.
Beispielsweise durch Gremien wie der EU-Kommission oder den Arbeitsgruppen des Codex Alimentarius (eingerichtet zur weltweiten Vereinheitlichung der Lebensmittel-Standards). Alles übertrieben, dramatisiert, aufgebauscht? Dann lesen Sie erst einmal weiter. Spannend ist es auf jeden Fall, was sich vor und hinter den Kulissen abspielt.

Doch schauen wir uns erst einmal an, um was es bei diesen Scharmützeln eigentlich geht. Nahrungsergänzungen - das ist ein weites Feld und kann vieles bedeuten. Grundsätzlich geht es dabei darum, einen tatsächlichen oder wahrscheinlichen Mangel infolge von unzureichender Ernährung sinnvoll auszugleichen. Oder durch die vermehrte Zufuhr von wertvollen Substanzen die Abwehrkraft und Vitalität generell zu verbessern.

.Es handelt sich bei NEM, den Nahrungsergänzungsmitteln, um ein höchst artenreiches Biotop mit unzähligen Mitspielern. Viele davon werden als "Wundermittel" gepriesen. Zu Unrecht? Man könnte es meinen, hört man auf die große bundesdeutsche Koalition aus Verbraucherschützern, Ernährungswissenschaftlern und Behördenvertretern. Dabei ist längst erwiesen, dass wir alle gut daran täten, das Potential an Schutzstoffen, das sich dem Verbraucher inzwischen erschließt, besser zu nutzen. Nur zwei bemerkenswerte Wegmarken aus vielen Jahrzehnten intensiver Forschung seien hier aufgeführt:

1) Die "Deklaration von Saas Fee" fordert hoch dosierte Mikronährstoffe

Für die Gesundheitsszene war sie ein Meilenstein - die große Öffentlichkeit hat davon gar nichts mitbekommen, und die Behörden haben den Appell geflissentlich überhört: In einer eindringlichen Erklärung verlangte bereits vor zwölf Jahren eine Gruppe renommierter Ernährungsforscher (darunter auch mehrere Harvard-Professoren) damals wahrlich Unerhörtes:
Eine radikale Kehrtwende bei der Verwendung von Vitaminen, Spurenelementen und weiteren antioxidativen Substanzen (wie Coenzym Q10 oder Alpha-Liponsäure) zur Vermeidung von schweren chronischen Leiden und Alterskrankheiten. Der Nutzen einer solchen Ergänzung der - unzureichenden - täglichen Kost sollte "stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert werden", zumal für die Anwendungssicherheit schon damals "unumstößliche Erkenntnisse" vorlagen. Auch bei den für Präventation und Therapie empfohlenen hohen Dosierungen. Man wollte, so versicherten die Experten, damit keineswegs wirtschaftlichen Interessen das Wort reden, sondern im Gegenteil einer dramatischen Kostenexplosion im Gesundheitswesen entgegenwirken.
Das war 1992. "Explodiert" sind die Krankheitskosten mittlerweile in der Tat. Dies führte zu allerlei wenig überzeugenden Reformbemühungen, bei denen vorzugsweise der Patient zur Kasse gebeten wurde. Kaum geändert hat sich der heftige Widerstand gegen die Anwendung hoch dosierter Mikronährstoffe.

2) Offizieller Ritterschlag für Nahrungsergänzungsmittel

In den USA ist man da schon weiter: Die American Medical Association (AMA) brach im Juni 2002 ein Tabu. Erstmals formulierte sie eine ausdrückliche Empfehlung für Erwachsene, "täglich Multi-Vitamin-Kombinationen zur Ergänzung ihrer Ernährung zu sich zu nehmen". Begründet wurde dies damit, dass sich eine unzureichende Aufnahme von Vitaminen offensichtlich als ein Grund für die Entwicklung chronischer Krankheiten herausgestellt hat. Und dass "eine große Gruppe der Bevölkerung aus diesem Grund als gefährdet eingestuft werden muss." In der Ernährungswissenschaft schlug dies ein wie eine Bombe. Das alte Dogma, dass nämlich Nahrungsergänzungen bei "gemischter Kost" überflüssig seien, wankt also bedenklich

 

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